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Montag, 08. Dezember 2008

0801206:

leider sind unsere politiker noch nicht viel klüger geworden, sie befinden sich seit über 28 jahre im dauerschlaf... nach mir wären wir heute welt spitze , aber was kann einer schon anfangen, darum wachet auf.

jetzt sollen wieder drei neu atomkraftwerke gebaut werden, liebe leute wohin mit den abfällen, in der schweiz müssen nun für millionen alte deponien saniert werden.

ob unsere nachkommen mal den atom scheiss ausbuttlen müssen, wir sollten uns schämen.

 

050626:

sind wir schweizer an einem supergau vorbei gekommen? Atomkraftwerk Leibstadt, mit generator defekt, was eine schnellabschaltung zur folge gehabt hatte, zum grossen glück liefen die notkühlagreggate fehlerfrei, ansonsten hätten wir ein zweites tschernobyl gehabt...!!!

wenn unsere bundesbahnen schon keinen strom mehr gehabt haben, auf dem ganzen netz, das ist bedenklich liebe leser, gut sie hatten echt pech, aber so etwas dürfte nicht passieren, unsere bahnen verschlingen etliche millionen an steuerfränkli, jetzt haben die deutschen was zu lachen... die hochmodernen schweiz mit einer stehenden Eisenbahn, vielleicht werden nun tretwagen entwickelt, wo dann die Bahnpassahschiere den antrieb übernehmen...

sie haben es mit der maut nicht geschafft, als wir schadenfreude zeigten... wenn's aber läuft haben die deutschen eine geniales system hervorgebracht...

 

quelle: http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=8331&CategoryID=60

alle rechte liegen beim Autor. 

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Aus Ausgabe 31/04 | Weitere Artikel
So wäre Ihr Leben

Von Robert Polidori

Am 26. April 1986 explodierte der Atomreaktor von Gösgen. 18 Jahre nach dem Super - GAU besucht ein Überlebender seine ehemalige Heimat. Ein fiktiver Bericht von Gerhard Meisteri.
Jetzt, kurz bevor ich die Lücke in der Sperrmauer passiere, sind die Bilder von damals wieder da: Ich sehe das Gesicht des Bundespräsidenten, wie ich es damals gesehen hatte, eingezwängt in eine Menschenmenge, in einer Autobahnraststätte hinter Bern. Ich war der Einzige dort, der überhaupt zum Fernseher hinsah und mitbekam, wie Alphons Egli, der bisher nur übers Waldsterben hatte reden müssen, an die Besonnenheit, den Gemeinsinn und die Opferbereitschaft der Bürger in der schwersten Stunde ihres Landes appellierte. Mein Vater riss meine Schulter herum. Hier gibt es nichts mehr, wir müssen weiter, zu Fuss, sagte er, das Auto lassen wir stehen. Wir hatten Glück damals. Uns halfen Geld und Beziehungen zum Ausland, und meine Eltern wussten an jenem Morgen sofort, was zu tun ist. So sind wir entkommen. Ich war damals zwölf Jahre alt. Achtzehn Jahre später kehre ich in die Schweiz zurück.

«Sie werden wohl wissen, was sie tun», sagt der Wachsoldat und weist die Richtung: «Dort geht’s nach drüben.» Hinter der Mauer zeige ich meinen Journalistenausweis, meine Einladung zum Interview, unterschrieben vom Sekretär des Staatschefs. «Verstehen Sie denn nicht?», sage ich zum bärtigen Mann, der aus einem Bretterverschlag herausschaut. «Ich bin vom Staatspräsidenten Peter Steiner persönlich zum Interview eingeladen. Der Geländewagen dort, so schauen Sie doch hin, der Fahrer winkt ja schon nach mir, er steht extra für mich da. Um mich hinzufahren. Nach Zürich. Zum Präsidenten.» Es nützt alles nichts. Vorschrift ist Vorschrift, heisst es, und ich habe die 500 Euro zu bezahlen wie alle anderen auch, die hier noch hineinwollen, zur Hauptsache Abenteuer- und Schaulustige, die eine Fotosafari gebucht haben durchs verfallene Land, und Skifahrer, die sich mit dem Hubschrauber in den Alpen aussetzen lassen. Die Strahlenbelastung dort oben ist minimal und die Natur unberührt wie nirgends sonst mehr.

Alle wollten nur weg, auch die Soldaten

Der Fahrer begrüsst mich herzlich. «Ich heisse Michael», sagt er und bittet mich, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Auf der Ladefläche des Geländewagens sitzen vier Männer, bewaffnet mit dem Sturmgewehr 57 der ehemaligen Schweizer Armee. Ich grüsse, sie mustern mich und wenden sich ohne ein Wort wieder ab. Michael lacht. «Also, dann wollen wir mal», sagt er. Wir fahren auf der Autobahn Richtung Zürich. Verkehr hat es keinen. Am Strassenrand, als hätte sie ein Schneepflug zur Seite gewischt, Autowrack um Autowrack. Von den meisten ist nur noch die verrostete Karosserie übrig geblieben, der Rest ist weggeschraubt oder hat sich sonst wie in Luft aufgelöst. Hinter den Wracks Wälder, Wiesen, Kühe (alles wie auf den Bildern und in den Erinnerungen aus der Zeit vor dem Unfall). Daneben zerfallene Lagerhallen, Häuser, die offensichtlich verlassen sind, Brandruinen. Und dieses Geholper. Ich schaue zum Tacho, wir machen 40 Kilometer die Stunde.

Michael bietet mir einen Apfel an. Ich lehne ab. Michael beisst in den Apfel, kaut. Ich spüre meinen Hunger. Aber jetzt einen von den eigenen Äpfeln hervornehmen ist auch nicht das Richtige. Ich frage ihn nach seinen Lebensumständen. «Ich habe englische Literatur studiert», sagt er, «bis zum 26. April 1986, da war ich im vierten Semester.» – «Und danach? Die letzten achtzehn Jahre?» Michael schüttelt den Kopf und wirft den Apfel aus dem Fenster.

Das Chaos der ersten Stunden und Tage liegt im Dunkeln. Was man weiss: Die Menschen wurden vom Zusammenbruch jeder Ordnung noch mehr überrascht als vom Unfall selber. Alle wollten weg. Und die Polizisten und Soldaten, die für Ordnung hätten sorgen sollen und die Flucht aufhalten, auch sie wollten nur weg. Drei Viertel aller Piloten, die an jenem Tag mit ihren Hunter, Mirage und Tiger aufgestiegen sind, landeten ihre Maschinen im Ausland. Schon am Mittag kam in Zürich Kloten kein Flugzeug mehr in die Luft. Die Flucht ging, solange überhaupt noch etwas ging, Richtung Tessin und Romandie. Wer zu lange gezögert hatte oder ohne Auto war (Züge fuhren keine mehr), der gehörte zu denjenigen, die in den verlassenen Häusern der Reichen plünderten, zu denjenigen, die in den Supermärkten aufeinander schossen oder, in ihren Leibern das Feuer einer Strahlenüberdosis, vor Schmerzen schrien, während sie von innen her verkohlten. Über die Toten der ersten Tage hat niemand Buch geführt, so wenig wie über alle andern, die nachher starben.

Deutschland und Österreich gelang die geordnete Evakuierung der betroffenen Gebiete. Umso schwieriger war es, den aufgebrochenen Reaktor wieder zu schliessen, um einer weiteren Verstrahlung Europas vorzubeugen. Robotertechnik und Ingenieurskunst aus aller Welt wurden für dieses fast unlösbare Problem herangezogen. Dagegen war die Errichtung der Schutzmauer rund um das Gebiet der ehemaligen Deutschschweiz technisch gesehen eine, wenn auch allseits als notwendig erachtete, Banalität. Ebenso zwanglos ergab sich die Eingliederung der Romandie und des Kantons Tessin in das französische beziehungsweise italienische Staatsgebiet. Nur wenige Jahre nach dem Unfall war dieser von der welschen und tessinischen Bevölkerung heftig herbeigesehnte Schritt vollzogen, der den Fluchtversuchen aus der von Strahlen, Gewalt und Armut verseuchten Zone den endgültigen Riegel schob. Plötzlich eine Sturmgewehrsalve. Ich erschrecke, denke, was ist los, wieso schiessen die da hinten. Michael lacht. «Pinkelpause», sagt er. «Keine Angst, die Gegend hier ist bei Tag kein Problem.»

Wenn ich gross bin, gehe ich ins Ausland

Wir halten. Einer der Männer verschwindet hinter ein Autowrack. Plötzlich sind Kinder da. Die andern Männer haben ihre Gewehre im Anschlag. «Sie sollen das lassen», sage ich. «Ich will mit den Kindern reden.» «Seid ihr eigentlich taub?», ruft Michael. «Aufhören mit dem Seich.» Die Gewehrläufe zielen wieder in die Luft. «Und du», sagt er zu mir, «was machst du da? Du musst auf dem Asphalt bleiben. Verdammt noch mal, das habe ich dir doch gesagt.» Ich winke die Kinder heran. Sie sehen gesund aus, gut genährt und stecken, obwohl die Sonne scheint, in Überwürfen aus Plastik, die auf ihre Grösse zugeschnitten sind. «Hallo zusammen», sage ich. «Grüezi», tönt es zurück. «Bist du aus dem Ausland?» «Wenn ich gross bin, gehe ich auch ins Ausland», sagt eines. Und ein anderes: «Die Schweiz ist das schönste Land der Welt.» Allgemeines Kichern. «Zuerst Euros», dann reden. Weiteres Gekicher. «Geht ihr zur Schule?» – «Nein, die brauchen wir hier nicht.» Ein Mädchen: «Ich habe meine Schweine dort hinten, willst du sie anschauen kommen? Ich sage dir ihre Namen. Seppli, Möckli, Bölzli und Güngi. Am liebsten habe ich den Seppli, der versteht alles, was ich sage, besser als ein Mensch.» Dann schiesst der kleinen Schweinehirtin das Blut aus der Nase. Sie hält die Hände vors Gesicht. Ein Bub kichert, dann ist von niemandem mehr was zu hören. «Wir müssen weiter», sagt Michael. Dem Mädchen tropft das Blut aus den Händen. Es läuft über seine Arme.

Über den Aufstieg Peter Steiners zum Chef des Gebietes östlich der Reuss ist wenig bekannt. Der Zuger Polizeihauptmann hatte es irgendwie geschafft, im allgemeinen Chaos als die Verkörperung von Recht und Ordnung zu erscheinen. Vielleicht hat auch von Anfang an nur seine Brutalität gewirkt, die ihn dann als alleinigen Machthaber durchsetzte. Ähnliches gilt für Markus Brechtbühl, der die westlichen Gebiete kontrolliert. Der damalige Kommandant einer Thuner Panzerbrigade soll schon am Abend des Unfalls seine erste Exekution vollstreckt haben. Dazu hat er seine persönliche Dienstwaffe benutzt. Diesem Stil ist er treu geblieben, und er ist bis heute unbestrittener Herr über sein Gebiet, wie Steiner über seines. Der Krieg der beiden um die Herrschaft über die ganze Deutschschweiz ist zu sporadischen Scharmützeln entlang einer Frontlinie versandet, die irgendwo im unwegsamen Gebiet des Entlebuchs verläuft. Europa duldet die Regentschaft der beiden, niemand hat ein Interesse an ihren kleinen Königreichen.

«Verrecken musst du so oder so»

«Rössli» steht auf dem Wirtshausschild. Wir treten ein und nehmen Platz. Die vier Männer unseres Begleittrupps haben ihre Sturmgewehre um die Stuhllehnen gehängt und stopfen schon bald Kartoffeln und Schweinskoteletts in sich hinein. Das Bier wird in den gleichen Plastikbehältern serviert, aus denen sie schon während der Fahrt getrunken haben. Ich esse etwas aus dem Rucksack. Diesen Entscheid hatte ich vor Antritt der Reise gefällt. Plötzlich bricht es aus einem der Waffenbrüder heraus. «Schiss vor den Strahlen, wie? Was meinst du denn eigentlich? Verreckst eben zwanzig Jahre später. Was ist der Unterschied? Verrecken musst du so oder so!» Dann wird er noch lauter. «Die Strahlen sind gut fürs Vögeln, der Schwanz fängt zu leuchten an und wird hart wie eine Neonröhre. Was will man mehr. Und gewöhnen tut man sich sowieso an alles.» Er schiebt mir seinen Teller zu. «So, und jetzt wird gefressen, was auf den Tisch kommt.» Michael greift ein. «Schluss damit», sagt er. Ich blicke um mich. Aus der Gaststube dumpfes Schweigen. Hinter dem Buffet ist ein Bub hervorgetreten, statt in Hände laufen die zu kurzen Arme in unförmige Wucherungen aus. Ich sehe den ganzen Tag keine weiteren Missgebildeten. Die meisten sterben noch vor der Geburt, und kommt doch einmal eines lebend auf die Welt, so wird es meistens totgeschlagen.

Der Streit zwischen den Historikern, ob damals die Schweiz durch beherzte Entscheide hätte gerettet werden können, ist beigelegt. Nichts hat die katastrophale Kettenreaktion im Gesellschaftlichen aufhalten können, die auf diejenige der Atome im Reaktor gefolgt ist. Beide Abläufe hatten ihre unumkehrbare Logik, einmal die der Physik, einmal die des Geldes. Geld bleibt nicht in einem verseuchten Land. Ob es nun einer Privatperson oder einer Firma gehört. Man weiss heute, dass in den Grossbanken und multinationalen Konzernen jene Evakuierungspläne vorbereitet waren, die es für die Menschen nicht gegeben hat. Der Fall Gösgen hat immer absolut als ausgeschlossen gegolten. Nur fünf Tage nachdem er doch eingetreten war, erklärte die Credit Suisse Boston zu ihrem neuen Hauptsitz. Bankverein und Bankgesellschaft zogen nach, ebenso die Basler Chemie.

Zürich. Endstation meiner Reise. Dahinter beginnt die Todeszone. Die Häuser sind fensterlos, überall haben Büsche und Sträucher den Asphalt aufgebrochen, immer wieder bizarr geformte Blätter. Über den See geht ein Wind, die Sonne blinkt im Wellengekräusel. Am Ufer wird mit Netzen gefischt. Ein Mann kommt vorbei, die Faust am Hals eines erlegten Schwanes. «Ich begreife das nicht», sagt Michael. «Wo hat der jetzt diesen Schwan her?» Aus der Ruine der Tramhaltestelle am Bellevue ein fürchterlicher Gestank. Tramwagen stehen herum, sie rosten seit 18 Jahren an derselben Stelle. Ein Auto, das noch fährt, sehe ich nicht. Wir haben noch etwas Zeit, und ich schlage einen Abstecher ins Niederdorf vor. «Da gehen wir nicht hin», sagt Michael. «Warum nicht?» – «Da geht man nicht hin.» – «Zu gefährlich?» – «Nein.» – «Was dann?» Michael spuckt aus und schweigt.

Eine halbe Stunde später bin ich im ehemaligen Luxushotel «Dolder» und warte, bis ich bei Steiner vorgelassen werde. Ich rufe mir in Erinnerung, was über den Mann erzählt wird. Seine Wutausbrüche, seine Exzesse, seine Vorliebe für das Bett, in dem einst Queen Elizabeth geschlafen hat. Steiner lässt mich warten. Ich blicke mich um. Alles ist verlottert hier. An der einen Wand ein Porträt von Steiner in einem viel zu dicken Goldrahmen, links davon hängt Wilhelm Tell, rechts Bundesrat Rudolf Minger – beide bedeutend kleiner. An der gegenüberliegenden Wand eine Fototapete von einem Südseestrand, davor, auf einem Schemel, ein ausgestopftes Murmeltier. Jemand hat ihm die Glasaugen ausgerissen und eine Zigarette in die Schnauze gesteckt. Überall in den Gängen leere Flaschen und Zigarettenkippen, aus den Ecken stinkt es nach Pisse und Erbrochenem.

Ich gehe noch mal meine Fragen durch. Die laufenden Dekontaminierungsprogramme. Die Mülldeponie der EU im ehemaligen Kanton Thurgau. Die Friedensverhandlungen mit Brechtbühl, dem Machthaber im Westen, und eine mögliche Fusion der beiden Gebiete, was eine Voraussetzung wäre, um von der internationalen Gemeinschaft als souveräner Staat anerkannt zu werden. Die Jagd auf junge Frauen in entlegenen Bergtälern und die Wege, über die sie in die EU geschleust werden. Überhaupt das Problem der Devisen und Rohstoffe. Dann ist durch die Wand ein Gefluche zu hören, das kein Ende nimmt. Dann erbricht jemand hinter der Wand. Auch das dauert. Dann wieder Stille. Die Tür geht auf. Der Präsident sei durch dringende Staatsgeschäfte absorbiert. «Das könnt ihr nicht machen!», sage ich und weiss, dass sie können. Was damals in der Schweiz geschah, illustriert die Wirkung eines Paradoxes: Je reicher ein Land ist, umso härter wird es von einer solchen Katastrophe geschlagen. Man stelle sich vor, es wäre ein Reaktor in der ehemaligen Sowjetunion explodiert. Die Diktatur hätte alle Möglichkeiten gehabt, die Menschen zu belügen, sie zum Bleiben zu zwingen, sie an der Unfallstelle zu Tausenden zu verheizen. Der Reaktorbrand wäre viel rascher gelöscht gewesen, der aufgebrochene Reaktor viel schneller wieder verschlossen. Schliesslich hätte die schiere Grösse des Landes die Katastrophe verschluckt. Ein solcher Unfall wäre heute verschwunden aus dem öffentlichen Bewusstsein, während die Schweiz, das ehemals reichste Land der Welt, zum Mythos geworden ist für den Untergang der Zivilisation.

Gösgen steht heute wie die «Titanic» für die Hybris der technischen Vernunft. Trotzdem werden natürlich weiterhin Atomkraftwerke betrieben. Man hat ja nach dem Untergang der «Titanic» auch nicht aufgehört, Schiffe zu bauen.

Ich werde rasch nach draussen befördert. Michael wartet schon auf mich und lacht. «Na, alles gut gelaufen?» – «Nein», sage ich. «Und jetzt zurück, und bitte ohne ‹Rössli› und ähnliche Zwischenhalte diesmal!» Die Waffenbrüder klettern auf den Wagen, so gut das noch geht, betrunken, wie sie mittlerweile sind. Endloses Geholper Richtung Grenze. Michael schweigt. Einmal steht hinter einem Wald eine riesige schwarze Rauchwolke, einmal sind Schüsse zu hören. Unsere Männer geben Antwort und leeren ihre Magazine in die Landschaft hinaus. Michael schweigt weiter. Ich bin ihm dankbar dafür. Dann sind wir endlich an der Grenze, und er redet wieder und kann gar nicht aufhören damit. Er will meine Adresse. «Verstehst du», sagt er, «das ist wichtig, so eine Adresse. Wenn ich die sehe, dann weiss ich, dass es noch eine andere Welt gibt. Du hast ja gesehen, wie es ist hier. Es geht einfach nicht. Keiner hält das Leben aus hier. Man kann nur so tun, als würde man es aushalten.» Michael schaut mich an. «Ein bisschen sind wir Freunde geworden heute, ja? Ich habe doch jetzt einen Freund da draussen?» In seinen Augen stehen Tränen. Ich stecke ihm einen Geldschein zu und passe auf, dass die Idioten mit ihren Sturmgewehren nichts merken. «Merci», sagt er in meinem Rücken, «merci vielmal.» Vor mir die Lücke in der Schutzmauer. Mit raschen Schritten gehe ich auf sie zu.

Robert Polidori, 52, lebt als freier Fotograf in New York und arbeitet unter anderem für den New Yorker und Geo. Im Mai 2001 hat er in der Todeszone rund um Tschernobyl fotografiert. Die Bilder fasste der Steidl-Verlag in einem Buch zusammen. Die Weltwoche druckt eine Auswahl.

Robert Polidori: Sperrzonen. Pripjat und Tschernobyl.
Steidl. 111 S., Fr. 99.–

Gerhard Meister, 37, ist im Emmental aufgewachsen und lebt in Zürich. Er ist die Hälfte des Kabarettduos «Geholten Stühle» und in dieser Spielzeit Hausautor am Staatstheater Stuttgart. Zuletzt war von Meister das Stück «Mieschers Traum» zu sehen.

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Artikel zum Thema
Aus Ausgabe 31/04 | Editorial
Intern: Editorial

Quelle:

http://www.zeit-fragen.ch/ARCHIV/ZF_88c/T21.HTM

 

Artikel 21: Zeit-Fragen Nr. 5 vom 28.1. 2002
Zerreissprobe Temelin
von Wolfgang Hingst, Wien

3,5 Millionen Menschen in Weissrussland, Russland und der Ukraine sind an den Folgen der Verstrahlung durch den Super-GAU von Tschernobyl 1986 erkrankt. Ein Drittel davon sind Kinder. Die Zahl der Tumorkranken ist enorm gestiegen, besonders mit Schilddrüsenkrebs. 55000 Menschen, die zu Aufräumarbeiten abkommandiert wurden, sind tot oder sterbenskrank. 54000 Quadratkilometer Boden - entsprechend einem Drittel der Fläche von Österreich - sind bis in alle Ewigkeit verseucht. Trotzdem müssen dort noch immer 270000 Menschen vegetieren. 400000 Menschen mussten ihre Wohnorte für immer verlassen. Der materielle Schaden, soweit er überhaupt schätzbar ist, beträgt Hunderte Milliarden Euro. Würde Mitteleuropa von einer solchen Katastrophe heimgesucht, wären die Schreckenszahlen noch wesentlich höher. Doch wohin sollten die Menschen fliehen?

Ein Hohn, dass die private Versicherungssumme aller deutschen Reaktorbetreiber zusammen derzeit bei nur 250 Millionen Euro liegt. Ein Super-GAU in Temelin würde allein Österreich nach Einschätzung des amerikanischen Staranwalts Ed Fagan rund 300 Milliarden Euro kosten!

Die Atomlobby ist nach Tschernobyl nur auf Tauchstation gegangen. Dass sie auch in Europa nicht resigniert hat, zeigt ihr Festhalten am tschechischen Atomkraftwerk Temelin und die Planung eines neuen Atommeilers in Finnland. Alte AKWs werden auf- und umgerüstet. Sicherer werden sie dadurch nicht. Das Milliarden-Grab Temelin ist wie Mohovce in der Slowakei oder Pacs in Ungarn ein Zwitter aus östlicher und westlicher Technologie und daher ungeheuer störanfällig. Nach wie vor ist Europa von einem Super-GAU à la Tschernobyl bedroht.

Entgegen allen Beteuerungen wurden die ausserordentlich gefährlichen Reaktoren in Bohunice (Slowakei), nur etwa 50 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt, 1995 nicht vom Netz genommen. So werden sie wohl auch in den nächsten Jahren nicht abgeschaltet werden. Die österreichische Regierung war darüber völlig uninformiert.

Das AKW Mohovce in der Slowakei wurde mit Hilfe westlicher Atommultis - Bayernwerke, Siemens, Electricité de France - gebaut. Die Reaktoren entsprechen dem Typ Greifswald in der DDR. Das Atomkombinat Greifswald wurde wegen mangelnder Sicherheit stillgelegt. Als zwei Blöcke in Mohovce den Betrieb aufnahmen, gab es in der EU keinen Widerstand, obwohl ganz Europa durch das Kombinat bedroht ist. Im Gegenteil: Finanziert wurde Mohovce durch die EBRD, die Europabank, an der Brüssel 51% hält und Österreich 2,28%. Ko-Finanzier ist EURATOM - und so zahlen Österreichs Steuerzahler mittelbar und unmittelbar für ihre eigene Gefährdung. Abgezockt für den Atomwahnsinn.

Nur eines ist sicher: Atomenergie ist auch ein ökonomisches Waterloo. Praktikable Lösungen für den Ausstieg dieser desaströsen Energiepolitik werden stur ignoriert. Der Bundessprecher der österreichischen Grünen, Alexander von der Bellen, hatte angeregt, Wien solle das Geld für den geplanten Kauf von Abfangjägern (Kaufpreis 2,18 Milliarden Euro) für die Stilllegung Temelins investieren. Wenn Berlin sich zu ähnlichem hätte aufraffen können, wäre in der Politik einmal etwas Gescheites passiert! Ein anderer Vorschlag kam vom österreichischen Ökologen Bernd Lötsch, der an eine Umlenkung der EURATOM-Milliarden denkt, damit Temelin nicht ans Netz geht.
Schrott- und Pannenreaktor Temelin

Die Atomenergie-Renaissance in Osteuropa ist das Werk der EU, der EBRD, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO. Die Kosten einer Gesamtsanierung osteuropäischer Atomkraftwerke werden auf bis zu 100 Milliarden Euro geschätzt. Abgesehen davon, dass auch nach dieser «Sanierung» Atomenergie nicht sicher wäre: Würde man derart gigantische Summen in die alternative Energiegewinnung investieren, könnte der Ausstieg aus der Atomenergie in ganz Europa binnen kürzester Zeit geschafft werden.

In Temelin engagiert sich der amerikanische Atom-Multi Westinghouse: Mehr als zwei Milliarden Euro wurden in dieses Kombinat investiert. Das Kombinat gefährdet Deutschland ebenso direkt wie Österreich. Experten des deutschen Umweltministeriums haben Anfang Juli 2001 erklärt, Temelin wäre in Deutschland nicht genehmigungsfähig. Das AKW solle nicht in Betrieb genommen werden. Neuesten Analysen (u. a. «Schwarzbuch» des internationalen österreichischen Expertenteams) ist zu entnehmen, dass am Reaktordruckbehälter keine Sprödbruchanalysen durchgeführt wurden, dass der Komplex nicht erdbebensicher ist und dass das Containment nicht den Anforderungen entspricht. Es liegt über den Kontrollräumen, die bei einer Kernschmelze als erste zerstört würden. Bei den zahlreichen bisher durchgeführten Versuchen, das AKW hochzufahren, zeigten sich gravierende Pannen.

Österreich wäre durch einen Super-GAU in Temelin, einem kleinen Ort in der Nähe von Budweis, neben Tschechien selbst, durch die vorherrschende Westwetterlage am meisten betroffen. Budweis liegt nur etwa 30 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt. An schönen Tagen sind die vier AKW-Kühltürme von dort aus gut zu sehen.

Doch Prag mauert eisern weiter - wie in Zeiten des Kommunismus. Endlose Verhandlungen, Grenzblockaden österreichischer Anti-Temelin-Initiativen - alles vergeblich. Die EU macht's möglich: Am 5. November 1999 wurde in Brüssel ein sogenannter Kompromiss geschlossen, der in Wirklichkeit aus einer totalen Kapitulation der Bundesregierung bestand. Es werde kein Veto gegen den EU-Betritt Tschechiens im Fall einer Inbetriebnahme Temelins geben. Nicht einmal mehr Nachrüstung auf dem neuesten Stand der Technik wurde gefordert. Man gab sich mit «üblichen Sicherheitspraktiken» zufrieden. Mit Recht halten daher die Atomenergie-Gegner alle Umweltverträglichkeitsprüfungen, die von den Tschechen zugesagt wurden, für Augenwischerei.
Volksbegehren: Die Veto-Option lebt

Als einzige und legitime Druckmöglichkeit bleibt die Verhinderung des Beitritts Tschechiens zur EU, wenn Prag an Temelin festhält. Doch davon wollen die amtierenden Politiker in Brüssel, Berlin und Wien wegen der EU-Ost-Erweiterung, die mit der Nato-Ost-Erweiterung eng verflochten ist, nichts wissen. Frankreich und Grossbritannien signalisierten als Atommächte ohnehin, dass die Kleinen in der EU nichts, aber auch gar nichts mitzureden haben. Macht ist ihnen allen wichtiger als Sicherheit und Schutz für die Bevölkerung. (Die Verantwortlichen können sich mit ihren fetten Einkommen im Ernstfall leicht in weit von Mitteleuropa entfernte Refugien zurückziehen.) Schon denkt man in Brüssel laut darüber nach, die Veto-Möglichkeit überhaupt abzuschaffen. Der neu ernannte Kanzler-Kandidat der CSU-CDU Stoiber erklärte lauthals, er werde den von der rot-grünen Regierungskoalition beschlossenen (ohnehin auf 32 Jahre prolongierten) Atomausstieg sofort rückgängig machen, sollte er Regierungschef werden.

Ein Grund mehr, den bayerischen «Atomsturmbannführer und Supergau-Leiter» - so der deutsche Kabarettist Matthias Richling - unter gar keinen Umständen zu wählen.

Aus vorwiegend populistischen Motiven (Wählerfang) ignorierte die «Freiheitliche Partei» (FPÖ) den Pro-Atom-Kurs ihres Regierungspartners «Volkspartei» (ÖVP) und initiierte ein Volksbegehren gegen Temelin (mit Veto-Option). Prompt rief die ÖVP zum Boykott des Volksbegehren auf - und nahm damit das volle Risiko eines Koalitionsbruchs in Kauf. Wenn man sich Verlauf und Ergebnis dieses Plebiszits ansieht, müsste es in der Tat Neuwahlen geben.

Das Volksbegehren gegen Temelin (14. bis 21. Jänner 2002) wurde mit 915 220 Unterschriften eines der erfolgreichsten (3. Rang). Kein Verdienst der FPÖ, sondern einer überparteilichen Koalition der Atomgegner, deren bedeutendste Vertreter für eine Unterschrift votierten. Und sicher auch ein grosser Erfolg der «Kronen-Zeitung» mit ihrer traditionellen Anti-Atom-Blattlinie. Motto: «Rot-Weiss-Rot gegen Temelin!»

Im Grunde nutzte die FPÖ-Spitze, besonders der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, das von der Opposition (Sozialisten und Grüne) geschaffene Vakuum. Statt sich der Atomlobby am Beispielfall Temelin zu stellen, wurde eine solche Initiative, die vor allem den Grünen zugestanden hätte, der EU-Raison geopfert. Natürlich ist diese Abstimmung auch ein Votum gegen die Atom-Schranzen in Brüssel - und gleichzeitig eine Stärkung der direkten Demokratie. Es wird sich zeigen, ob die Vorgänge in Irland, Dänemark und Österreich zu einem Umdenken in der Europäischen Union führen. Das antidemokratische Klima in der EU berechtigt zu dieser Hoffnung in keiner Weise.
Sonnenstaat gegen Atomstaat

«Wer Radioaktivität freisetzt, plant den Tod mit ein.» Der grosse amerikanische Atomforscher J.W.Gofman wusste, wovon er redete. Sein 1970 erschienenes Buch «Poisoned Power» über die extreme Gefährlichkeit von Plutonium aus Atomkraftwerken hat uns die Augen geöffnet. «Sonnenstaat kontra Atomstaat» - um diesen Gegensatz geht es auch heute noch. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Beide können nicht gewinnen.

Die Atom-Lobby setzt vor allem auf den «kategorischen Imperativ des Geldes» (Nestroy). Und über Kapital verfügen die Atom-Konzerne nicht zuletzt dank der Förderung aus Steuergeldern in rauhen Mengen. Die europäischen Atomriesen, die schon wesentliche Teile der ungarischen Elektrizitätsversorger aufgekauft haben, versuchen nun auch die österreichische Energiewirtschaft in den Griff zu bekommen. Das begann Ende 1997 in der Steiermark: Die Electricité de France (EDF), Atommulti und weltgrösster Stromerzeuger, kaufte 25% und eine Aktie an der EStAG, der Steirischen Energieholding. Das Ganze wurde in einer überfallsartig einberufenen Sondersitzung des steirischen Landtags durchgezogen. Die Entscheidung für die EDF wurde mit den Stimmen der Volkspartei, der Sozialisten und des Liberalen Forums gegen Grüne und Freiheitliche durchgepeitscht. Offizieller Grund: Die Franzosen hatten um 700 Millionen Schilling mehr geboten als der Nächstbieter. Um diesen Preis wurde die Anti-Atomstrom-Politik Österreichs, basierend auf dem durch die Volksabstimmung am 5. November 1978 erzwungenen Atomsperrvertrag, unterminiert.

Sein wahres Gesicht zeigte auch der Rechtspopulist Jörg Haider. In einer Nacht- und Nebelaktion unterschrieb er als Landeshauptmann den Verkauf von 49% der Kärntner Energieholding (KEH) an den grössten deutschen Energiekonzern RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke). Kaufpreis: 4,18 Milliarden Schilling. Die RWE ist einer der grössten Atom-Multis in Europa. Ein Fünftel ihres Stroms kommt aus AKWs. Mit dem französischen Atomriesen EdF wird eng kooperiert. RWE ist der grösste Importeur von tschechischem Atomstrom und spitzt auf einen Kauf der Energiegesellschaft CEZ (so, wie die EdF sich gerne Temelin einnähen würde). Die RWE besitzt nun durch den Kauf der KEH 31% der Kärntner Elektrizitäts AG (Kelag) und wird Österreich mit dem Öko-Mascherl Wasserkraft als Atomstrom-Drehscheibe für Mittel- und Südosteuropa missbrauchen.

Der Ausverkauf der österreichischen Wasserkraft diente auch bei der «Hochzeit» des österreichischen Verbund-Konzerns und E.ON als Öko-Attrappe. Der Chemie- und Atomstromriese E.ON ist das Produkt einer Fusion der deutschen Konzerne Veba und Viag. Für den Kauf wurde eigens die European Hydro Power mit Sitz in Salzburg gegründet, an der E.ON mit 40% beteiligt ist. Mit wem man sich da ins Bett gelegt hat, wird sich bald herausstellen. Nach der französischen EdF ist E.ON der grösste Atomstrom-Erzeuger in Europa.

Das Image Österreichs als Ökopionierland wird damit ausgehöhlt, bis nur mehr die Schale übrigbleibt. Dem entspricht die anachronistische Förderung der Atomenergie im EU-Parlament, wo der Atom-Ausstieg immer wieder von einer knappen Mehrheit verhindert wird - leider immer wieder auch mit Hilfe der österreichischen Abgeordneten der Volkspartei. Etwa am 24. Oktober 2000 in Strassburg, als die ÖVP-Abgeordneten Flemming, Karas, Pirker, Rack, Rübig, Schierhuber und Stenzel gegen faire Wettbewerbsbedingungen für erneuerbare Energieträger und damit für eine Fortsetzung des Atomkurses der EU stimmten. Auch 2001 gab es wieder eine Zustimmung der Regierung (also auch der FPÖ) zum EU-Milliarden-Budget für EURATOM. Das EU-Parlament stimmt im gleichen Jahr für das von der Kommission vorgelegte Grünbuch zur «Versorgungssicherheit» im Energiebereich, in dem es heisst, dass nur die Atomenergie die zukünftige Energieversorgung Europas sichern könne! Solche Politiker führen zwar die Förderung erneuerbarer Energie im Munde, aber sie denken nicht ernstlich daran, sie aus ihrem Nischendasein zu befreien, was für uns alle lebensrettend wäre.

Beim Ausstieg aus der Atomenergie stellt sich Brüssel taub wie eh und je. Als Argument wird ins Feld geführt, dass Atomenergie durch Kohlendioxidreduktion gegen den Treibhauseffekt wirke. Eine schlichte Klimaplatitüde. Dieser Öko-Trick ist so alt wie er schlecht ist. Schon vor vielen Jahren wurden Studien vorgelegt, die belegen, dass enorme Kohlendioxidmengen beim Bau und bei der Entsorgung von AKWs erzeugt werden, die dazu noch extrem teuer ist.

Die AKW-Lobby brüstet sich gern damit, Atomstrom sei enorm billig. Dabei werden die Gefahren und Schäden in betrügerischer Manier verschwiegen - siehe Tschernobyl. Ausserdem wird nach wie vor vertuscht, dass die Endlagerung von hochradioaktivem Müll nicht gelöst ist. Das Problem ist überhaupt nicht lösbar, weil Kalkulationen über viele Jahrtausende einfach unmöglich sind. Der Mensch ist in der Geschichte eine Eintagsfliege. Plutonium-239 hat eine Halbwertszeit von 24 360 Jahren.

In der EU setzen nur wenige wirklich auf den Ausstieg: Italien hat ihn vollzogen. Schweden will und wird ihn schaffen, ebenso Deutschland (es sei denn, Stoiber kommt an die Macht). Osteuropa würde gern aussteigen, wenn man ihm hilft. Aber woher die Milliarden nehmen? Nur Grossbritannien, Frankreich und Finnland, das sogar ein neues AKW bauen will, gebärden sich als Ewiggestrige und setzen weiter eisern auf den atomaren Grössenwahn.

Und was kann jeder einzelne dagegen tun? Ganz einfach: Zum einen ist es heute leicht möglich, sich an Quellen erneuerbarer Energie zu beteiligen oder, wenn das möglich ist (eigenes Haus usw.), selbst zum Produzenten von Alternativenergie zu werden. Zum anderen kann man nach der Liberalisierung des Strommarktes in der EU den Energieversorger nach ökologischen Kriterien auswählen. Davon haben bisher nur wenige Bürger Gebrauch gemacht, vor allem weil nicht einmal die einschlägigen Unternehmen effiziente Werbung machen, von Regierungsstellen ganz zu schweigen. Die Vernunft lässt sich vielleicht eine gewisse Zeit lang bremsen, aufhalten kann sie letztlich niemand.


Artikel 21: Zeit-Fragen Nr.5 vom 28.1.2002, letzte Änderung am 29.1. 2002

 

s.k. leute wir spielen nach wie vor ein spiel mit dem feuer, wo der ausgang sehr ungewiss ist, ich kann unsere politik nicht begreiffen, es geht jeden tag ein rissen reaktor auf, nur ist die menscheit immer noch zu dumm um zu handeln, der filz lässt grüssen.... 

sollte der oelpreis nochmehr steigen, hätte die sonne eine echte Chance, stellt die weichen endlich um, und wir hätten jede menge arbeit, was meint der schreiber wohl?! 

 

http://www.stromohneatom.ch     Atom Nein Danke           tschernobyl kinder 

 
Studie beweist: Elektrosmog kann den Schlaf stören


Studie beweist: Elektrosmog kann den Schlaf stören

Elektromagnetische Strahlung - oft als «Elektrosmog» bezeichnet - kann bei empfindlichen Personen den Schlaf beeinträchtigen.

4. Februar 2002

Zu diesem Schluss kommt eine kanadische Untersuchung an je ungefähr zweihundert Frauen, die in der Nähe einer 735-Kilovolt-Hochspannungsleitung oder weitab von jeder solchen Störquelle wohnen.

Dem Forscherteam gehört unter anderem ein Vertreter der Stromgesellschaft Hydro-Québec an. In den Wohnungen der Frauen hat es die elektromagnetischen Feldstärken gemessen, und in ihrem morgendlichen Urin ein Abbauprodukt des Schlafhormons Melatonin. Ein Abfall in dessen Konzentration deutet auf einen gestörten Schlaf hin.

Im statistischen Durchschnitt zeigt sich kein Unterschied zwischen den Frauen, die nahe oder entfernt von Hochspannungsleitungen wohnen. Das scheint all jene Studien zu bestätigen, die keine nachteiligen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern festgestellt haben wollen.

Jedoch zeigt dann eine genauere Analyse, dass ältere und übergewichtige Frauen sehr wohl auf die Störquelle reagieren: Bei ihnen sind die Melatoninwerte im Strahlenfeld deutlich geringer als ausserhalb. Elektromagnetische Strahlung kann also offenbar eine schon vorhandene Tendenz zu Schlafstörungen verstärken

AstraZeneca-Pressedienst - 8205

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es gibt dann noch mehr......

 

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