Der Kommunismus ist zusammen gebrochen. Wir meinen dass nun unser System
besser wäre, ich habe schwere Zweifel ob wir mit dem Kapitalismus auf dem
richtigen Wege sind. Wenn nur noch der Ego zählt, kann ein Staat nicht mehr
existieren.
Man sollte dem Volke wieder eine Zukunft gönnen, und sie nicht länger in Unsicherheit
wiegen lassen. Es werden für die Deutschen und Schweizer schwere Zeiten
anbrechen, solange die wischi waschi Politik die nach wie vor in Bern und
Berlin
betrieben wird anhält...
So kann, und wird kein Aufschwung kommen. Die neuen
EU Staaten werden das irrige betragen, wenn ich nur sehe wie Esten
Politik betreiben, so könnten unsere einen Nachhilfe
Kurs besuchen...
Ob unsere Politiker noch frühzeitig Aufwachen werden? Wenn Sie schon seit 30
Jahren im Dauerschlaf sich befinden...
Nur ein Beispiel das ich hier nennen will. Die
Verschuldung unserer Staaten,
das Dilemma begann in den 70iger Jahren.
GELD ALS DIENER FURS LEBEN
Franz Aebischer hat eine klare Haltung, wenn es ums Thema Geld geht. Entweder
diene man dem LEBEN
oder dem GELD, aber beides zusammen, das gehe nicht, meint der
62-jährige AUSSTEIGER aus dem
Kanton Freiburg.
Auf der Alp Spielmannda, hoch über dem Schwarzsee im Freiburgerland, ist Franz Aebischer zu Hause. Auf über
1500 Metern über Meer hat er sich in einer hescheidenen Alphütte sein Refugium
eingerichtet. Dort lebt er jeweils vom Frühjahr an, bis ihn der Winter in die Stadt vertreibt.
Elektrizität und eine Strasse gibt es keine auf der abgelegenen Alp, das Wasser
fliesst draussen in einen Brurmen. Doch der 62-jährige Mann, der mit seinem weissen Rauschebart aussieht
wie Karl Marx, geniesst dieses einfache Leben in den Bergen.
ZEIT IST SEIN LUXUS
Auf Alp Spielmannda, wo Aebischer seit vielen Jahren die Asche verstorbener Menschen unter den Boden bringt, hat er den Ort seines
Lebens gefunden. Hier liest er in erster Linie Bücher, hört Radio, diskutiert mit Passanten
oder sitzt schweigend vor seiner Hütte und lässt den Blick über die Berge schweifen. Er
leiste sich den Luxus, immer über genügend Zeit zu verfügen, sagt er. Geld dagegen habe er
Zeit seines Lebens nie besessen. Was er verdiente, gab er gleich wieder aus. «Man kann
die Zeit verkaufen, aber sie nie mehr zurückkaufen.)
Mit zwanzig begann Aebischer in der Stadt Freiburg als Primarlehrer zu arbeiten. Plötzlich verfügte er, der in Brünisried
in einfachen Verhältnissen aufgewachsen war, über eigenes Geld. Viel war es
nicht. Von 700 Franken Monatslohn musste er seinen Lebensunterhalt bestreiten.
Wäre er auf dem Land Schulmeister geworden, hätten sie ihm günstig eine Lehrerwohnung zur Verfügung gestellt,
vielleicht im Nebenamt zum Chorleiter gemacht oder in der örtlichen Raiffeisenbank als
Sekretär beschäftigt. In der Stadt war das nur schwer möglich.
Nach zwei Jahren hatte er genug von der Schule und wurde wieder Student. Bis er 25
war und eine radikale Zäsur vollzog: Er stieg aus einem Leben voller
Normen und Vorschriften aus und begab sich auf die Suche nach einer anderen Welt. Mit
Gelegenheitsjobs hielt er sich finanziell über Wasser. Aber
erst nach langen Jahren des Suchens hat der Aussteiger auf der Alp seinen Ort fürs
Leben
gefunden.
GELD ZUM ÜBERLEBEN
So anspruchslos Franz Aebischer durchs leben geht, ohne Geld kommt auch er nicht aus.
"Auch ich brauche meine Franken", erzählt er in der dunklen Stube seiner
Alphütte. Und sei
es nur für ein paar Lebensmittel, die Radiobatterien oder das Telefon. Die Sorgen vieler
anderer Menschen kennt er nicht: Die mögen eifrig Geld scheffeln,
nervös die Börsenkurse studieren, ihre Karrieren planen
oder irgend welchem imaginärem Modezeugs nachrennten, auf Spielmannda braucht ihn solches
nicht zu kümmern.
Ruhig hockt er auf seinem Stuhl, betrachtet mit wachen Augen sein Gegenüber, dreht eine
Zigarette und beginnt in breitem Senslerdeutsch zu reden.
"Weisch, dieser neoliberale Kapitalismus ist eine
Katastrophe". In seinen Augen regiert auf der
Welt nur noch das Geld.
Wo bleibt da der arbeitende Mensch?
Aebischer geisselt die Rambos aus Wirtschaft
und Politik. «Entweder dient man dem Leben oder dem Geld. Doch
beides zusammen, das geht nicht.» Wie er die Raffgier der modernen Zeit an den Pranger stellt und den
Geldanbetern die Leviten liest, röter sich sein Gesicht.
Er staunt über jenen Mann, der sich für 100 000 Franken ein neues Auto gekauft hat.
Oder er erinnert an jene "Kunstfreunde", die heute für Millionen von Franken das Bild
eines Künstlers kaufen, der zu Lebzeiten für sein Werk beim Metzger nicht einmal ein
Kotelett bekommen hätte. «Nom de Dieu»,
kracht Aebischers dicke Faust auf den schweren Hlolztisch. Das Geld bekommt immer
mehr Macht und bestimmt das Lehen von vielen Menschen.
AUTONOMIE DES INDIVIDUUMS
Der freiwillige Aussteiger ist keiner, der andere Menschen um ihren Luxus beneidet. Er
habe nur dann gegen den Kapitalismus gekämpft, wenn das Geld die entscheidende Rolle gespielt habe. Ein Kommunist sei er nie
gewesen. Aebischer setzt auf die Autonomie des Individuums. "Ich glaube an kein System.
Jeder ist für sich selber verantwortlich."
Dennoch stört er sich an Menschen, die immer nur sammeln und sammeln. Sei es
Geld, Besitz, Macht. Sie dienten dem Geld und benutzten dieses als Mittel zum Zweck. »Das
ist ein gefährlicher Weg«, sagt der Alpmensch hoch oben in den Bergen. Er begreife deshalb
jene jungen Menschen, die sich aus dieser
materiellen Welt verabschiedet und sich eine eigene private Welt geschaffen hätten.
Banken sind für Franz Aebischer nicht von vorneherein des Teufels. Auch er besitzt
ein Bankkonto, über das er die finanziellen Geschäfte seines Alpfriedhofs abwickelt. «Es
kommt immer darauf an, mit welcher Ethik die Banken arbeiten`, sagt der Kapitalismuskritiker. Geld an und für sich sei nicht schlecht,
das Problem sei dessen "richtiger Gebrauch".
Wenn Banken einseitig nur darauf aus seien, möglichst viel Rendite herauszuholen, sei dies
gefährlich. Letztlich komme es immer darauf an, was für Menschen hinter diesen Banken
stehen. "Das Geld bekommt dann einen Sinn, wenn es dem Leben dient", sagt
Aebischer.
WOHIN MIT 100 FRANKEN?
Der Mann, der sein ganzes Leben fast ohne Geld gemeistert hat, stutzt, als ihm eine 1
Hunderternote in die Hand gedrückt wird. Was soll er damit auf der Alp drohen anfangen? Er
denkt an philosophische Bücher, die er schon lange gerne gekauft hätte. Werke
von Feuerbach, Kant und Spinoza kommen ihm in den
Sinn. «Von denen könnte ich noch einiges lernen.« Doch dann verwirft er den Gedanken
und erinnert sich der vielen Passanten, die bei ihm auf der Alp vorbeischauen und gern dort
einkehren.
Nein, so schnell will Franz Aebischer das Geld jetzt nicht in Umlauf bringen.
Er steckt es vorderhand in einen Sparstrumpf und wird die Note dann herausholen, wenn er für
ein paar Stunden die Alp verlässt und drunten in Plasselb oder in Freiburg ein paar Sachen
fürs (Über-) Leben einkaufen wird. Ein paar
Konservendosen, Milch, Gemüse, Brot. Und bestimmt bleiben ihm auch noch ein paar
Franken übrig für geistige Nahrung.
MARKUS ROHNER
Quelle: Panorama 3/04
Franz Aebischer hat eine eigene Homepage:
http://www.alpspielmannda.ch
Kontakt: Alp Spielmannda,
Postfach 51, 1702 Freiburg;
TeI. 026 322 66 96 oder 026 412 19 95.
Wird noch fortgesetzt.
www.weltjugendtag.ch
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