Gotthard Theater


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18.08.2006

 

bulletGotthard: ein Jahr danach

Seit dem tragischen Unglücksfall im Gotthardstrassentunnel, bei dem elf Menschen ums Leben gekommen sind, ist ein Jahr vergangen. Zur Erinnerung sei hier erwähnt, dass ich erstmals im Jahre 1998, im Landrat, auf das Risiko einer solchen Grosskatastrophe aufmerksam gemacht habe. Unfälle passieren sicher immer wieder. Es gilt aber das Unfallrisiko möglichst zu minimieren. Ich zitiere dazu gerne Bundesrat Leuenberger, der aktuell in einem Interview selbst gesagt hat: Ginge es beim Bau einer zweiten Röhre nur uni die Sicherheit, könnte man dazu Ja sagen Wer also mit dem Gedanken einer "Vision Zero" spielt, das heisst null Verkehrstote. muss auch dementsprechend handeln. Handeln heisst in diesem Fall sofort mit dem Bau einer zweiten Röhre beginnen. Ein Vergleich zwischen Seelisberg- und Gotthardtunnel spricht nach 21 Jahren Betriebsdauer dazu eine klare Sprache, 216 Unfälle und 8 Tote im Seelisberg gegenüber 844 Unfällen und 27 Toten im Gotthardtunnel, wobei vier der Opfer im Seelisberg bei Gegenverkehr ihr Leben verloren haben.
Mit einem Dosiersystem mit Kreuzungsverbot für Lastwagen das bis Ende September 2002 Bestand hatte, und seither mit dem Tropfendosiersystem, bei dem das Kreuzungsverbot aufgehoben wurde, versucht man heute das Unfallrisiko am Gotthard zu mindern. Ich stufe aber die Gefahr eines neuerlichen Grossereignisses im Gotthardstrassentunnel als sehr gross ein, denn wir haben während 17 langen Kilometern auf der wichtigsten Nord-Süd-Achse immer noch - wie vor dem Unglück vom 24. oktober 2001 - Gegenverkehr zwischen Motorrädern, Personenwagen, Wohnwagen, Wohnmobilen, Cars und Lastwagen. 

Ein zweiter Gotthardstrassentunnel wäre für den Kanton Uri ein verkehrstechnisch und volkswirtschaftlich wichtiger Faktor. Uri würde davon wesentlich profitieren (weg vom Negativimage als Stau- und Verkehrsverhindererkanton). 

Denken wir positiv, handeln wir positiv. Man kann mit gutem Gewissen für oder gegen den Verkehr sein, man darf aber nie gegen die Sicherheit sein. Aus diesem Grunde brauchen wir die zweite Röhre inklusive Ausbau der Nordrampe. 

Markus Gisler   FDP Landrat, Attingshausen Quelle: AR 46 14.11.02


SCHWEIZ 21.11.2002 - 07:25
bulletKeine Einigung über das Dosiersystem am Gotthard

Kritik Die Europäische Union sieht im bevorzugten Binnenverkehr mit dem Tessin eine Diskriminierung
Regula Schmid, Brüssel

Die EU hält das Verkehrssystem am Gotthard für diskriminierend. Bei einer Sondersitzung versuchte der Direktor des Bundesamtes für Verkehr, Max Friedli, die EU-Spezialisten vom Tropfen- und S-Regime zu überzeugen.

Er verhehlte nicht, dass Brüssel und Bern auch nach dem Treffen des durch den bilateralen Vertrag über Landverkehr geschaffenen gemischten Ausschusses unterschiedliche Meinungen vertreten. Die EU stelle sich auf den Standpunkt, dass die Vorzugsbehandlung der mit einem S-Aufkleber versehenen Schweizer Camions «rein juristisch gegen das Gebot der Nichtdiskriminierung verstösst». Ausländische Lastwagen haben das Nachsehen, was vor allem von italienischer Seite zu Protesten geführt hat. Die Schweiz lehnt dieses Argument ab und kehrt den Spiess um: Das S-System, so Friedli, diene der Beseitigung der faktischen Diskriminierung des Tessins. Die Massnahme entspreche dem «Buchstaben und dem Geist» des bilateralen Abkommens und diene nur dem Schutz der südschweizerischen Wirtschaft.

Die Schweizer Delegation versuchte den EU-Gesprächspartnern die Funktionsweise der nur für den Binnenverkehr geltenden S-Regelung zu erklären. Etwa 15% des gesamten Schwerverkehrs, der durch den Gotthard fährt, verfüge über den S-Kleber. Doch nur an etwa einem Drittel der Tage &endash; wenn das Verkehrsaufkommen am grössten ist &endash; entsteht dadurch eine Vorteilsbehandlung. Deshalb, so die Schweizer Hochrechnung, dürften nur etwa 5% der jährlich 1,2 Millionen Lastwagenfahrten durch den Gotthard vom S-Privileg wirklich profitieren. Rund 2550 der insgesamt etwa 50 000 Schweizer Camions besitzen eine S-Vignette.

Friedli gestand zwar ein, dass die geografische Begrenzung des Raumes, der zu S-Klebern berechtigt, «etwas willkürlich» festgelegt worden sei, denn er umfasst einen Grossteil der Schweiz (ausgenommen sind nur die Romandie, das Wallis und der Kanton Bern) &endash; aber kein ausländisches Grenzgebiet. Bern beruft sich aber auf die nötige wirtschaftliche Kohäsion zwischen dem Tessin und der restlichen Schweiz und sieht deshalb keine Veranlassung für Veränderungen: Eine geografische Ausweitung würde das System laut Friedli sowieso ad absurdum führen.

Die Kommission prüft jetzt die Schweizer Ausführungen, während Bern bis zur übernächsten Sitzung des gemischten Ausschusses Vorschläge ausarbeiten will, wie das System für ausländische Transporteure «vorhersehbarer» gemacht werden könnte.

http://www.schuhservice-kliegl.ch/umweltschutz.htm

http://www.gotthardtunnel.ch/unfälle.htm http://www.gotthardtunnel.ch/start.htm

 

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