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Diverse Beträge: Sie wurden aus diversen Rundschau Artikeln
übernommen. Und zum Teil mit eignen Kommentare versehen.
 | GV 2003 «Zusammen sind wir stark» War das letzt jährige Motto |
Erste GV mit einem Beamer, dadurch konnte die Präsidentin den Jahresrückblick
mit Bildern untermauern, was sicherlich allen gefallen hatte... (Auch Kolping
geht mit der Zeit)
Die GV war auch heuer wieder sehr gut Besucht.
| GRENCHEN |
08.02.2003 - 07:30 |
| «Zusammen sind wir stark» |
| Kolping Vernetzung
Thema der Generalversammlung |
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Die Generalversammlung 2003 von Kolping Grenchen-Bettlach stand unter dem
Motto «Zusammen sind wir stark».
Präsidentin Marianne Bumbacher begrüsste dazu über 50 Mitglieder, erstmals
auch den neuen Pfarrer Mario Tosin.

Ihr Jahresbericht wurde begleitet von Bildern und Texten aus einem
Filmprojektor (Beamer) und rief die Höhepunkte des Vereinsjahres in Erinnerung.
Dabei stand die Vernetzung von Kolpinggruppen, diesmal mit Landquart und
Neckarsulm, im Vordergrund.
Die Präsidentin gab auch Antwort auf die oft gestellte Frage: «Was ist
Kolping überhaupt?»Das Kolpingwerk - heute in mehr als 50 Ländern vertreten -
wurde vom Priester Adolph Kolping im Jahr 1849 gegründet. Es will seine
Mitglieder befähigen, sich als Christen in der Welt, und damit im Beruf, in Ehe
und Familie, in Kirche, Gesellschaft und Staat zu bewähren.
Das Jahresprogramm 2003 sieht nebst Geselligkeit wie Racletteplausch,
Familienpicknick, Theaterabend, Kegeln, Seniorenferien, vorallem auch
besinnliche Anlässe vor wie eine Wallfahrt nach Flüeli-Ranft, Suppenznacht zur
finanziellen Unterstützung der Aktion Peru, Kolpinggedenkfeier, ganz besonders
aber die Mitarbeit in Pfarrei und Kirchgemeinde.
Eine Antwort von Kolping Grenchen auf die Nöte in der Welt sind die
Texaid-Altkleidersammlung und die Spenden der Mitglieder. Unterstützt werden
Projekte in Südamerika, Indien, Palästina und in Grenchen, wofür 2002 wieder
14500 Franken eingesetzt werden konnten.
Felix Bernhardsgrüter bei seinen Ausführungen über diverse Hilfsprojekte.
Alois Limacher würdigt die geleistete Arbeit der Präsidentin und des ganzen
Vorstandes fürs abgelaufene Vereinsjahr.
Die Präsidentin Marianne Bumbacher führt die 125 Mitglieder der
Kolpingfamilie zusammen mit einem 7-köpfigen Vorstand. Ihm gehören an: Thomas
Huser als Vizepräsident und Kassier, Irène Bloch, Anton Grolimund, Therese
Stierli, Werner Würsch, Kurt Hagmann und Urs Fessler als Mitglieder mit
besonderen Aufgaben. (fbg)
Kritischer Blick des Kassiers
Nach der GV geselliges zusammensein, bei Kaffe und Kuchen...

 | Generalversammlung 2002 |
Zur Generalversammlung 2002 von Kolping Grenchen-Bettlach konnte Präsidentin Marianne Bumbacher
über 50 Mitglieder begrüssen. Die grosse Teilnahme zeigte das rege Interesse an der Tätigkeit im
abgelaufenen Jahr und am neuen Jahresprogramm 2002. Das Jahr 2001 stand unter dem Thema
«Kolpingvernetzt». Im Rahmen dieser Vernetzung wurden Besuche und Gegenbesuche der Kolpingfamilien
Hochdorf und Brig realisiert, und auch innerhalb unserer Region fanden vermehrte Kontakte zwischen
den Vereinen statt. Diese Vernetzung soll auch im neuen Jahr weiter gepflegt werden mit einem Besuch
von Kolping Landquart in Grenchen und einem zweitägigen Besuch der beiden Vereine in
Neckarsuim, mit
dessen Kolpingverein schon seit Jahren gute Kontakte bestehen. Eine wichtige Aufgabe sieht die
Kolpingfamilie in der Mitarbeit in Pfarrei und Kirchgemeinde. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Ein Familienabend mit Theateraufführung gehört fest zum
Jahresprogramm, wie auch die Kegelmeisterschaft oder die Seniorenferienwoche, diesmal im Südtirol.
Im Rahmen der Aktion Texaid ist auch das «Suppenznacht» in der Fastenzeit ein wichtiger Bestandteil
im Vereinsgeschehen. Diesmal wird der Erlös der Spenden- und Texaidsammlung u. a. einem
250-köpfigen Kinderhort in der Andenstadt Cusco in Peru zugeführt, wo die
Schweizerin Barbara Casanova die Ärmsten der Armen aufnimmt und ein «Zu hause» gewährt. Die seit 30 Jahren
geführte Texaid-Aktion und Spendensammlung unter den Mitgliedern hat es ermöglicht, dass in dieser
Zeitspanne rund Fr. 220`OOO.- an Direkthilfe in verschiedene Projekte sowohl in der Dritten Welt als auch
in der Schweiz ausgerichtet werden konnten. Immer wieder stellen sich
Mitglieder für die Freiwilligenarbeit im VON stand zur Verfügung. Die Präsidentin Marianne Bumbacher kann für die
Leitung der 123 Mitglieder umfassenden Kolpingfarnilie auf folgende Kräfte zurückgreifen: Thomas
Huser, Vizepräsident (neu) und Kassier, Irene Bloch, Anton Grolimund, Therese
Stierli, Werner Würsch, Kurt Hagmann und neu Urs Fessler.
Felix Bernhardsgrütter
 | Raclette- und Schlittelplausch |
tzg. Der traditionelle Racietteplausch der Kolpingfamilie Grenchen-Bettach fand dieses Jahr
ausnahmsweise am Mittag statt. Grund dafür war der Besuch der Kolpingfamilie
Landquart. Sie wollten uns kennen lernen, bevor wir dann im Mai gemeinsam die Kolpingfamilie in
Neckarsulm besuchen.
Eine Gruppe von 19 Personen mit grösseren und kleinen Kindern fanden sich frohgelaunt kurz vor Mit-
tag beim Bahnhof ein. Eine kleine Delegation aus der Grenchner Kolpingfamllie holte die Schar ab, und
gemeinsam schlenderte man zum Eusebiushof, wo ein Apéro bereits bereit stand. Bunt gemischt setzten
sich die Hungrigen an die Tische, und bald schon waren auch die letzten Barrieren gebrochen. Der feine
Raclette-Käse, abgestrichen von unseren drei Raclette-Spezialisten Hans, Werner und ChristoL schmeckte
vorzüglich und mancher holte sich eine dritte oder vierte Portion. Wer in Schlangen
anstehen musste, nutzte die Zeit zu einem Schwatz. Die vielen anwesenden Kinder wurden
mit diversen Spielen draussen und drinnen, organisiert von Andrea Huser, verwöhnt und hatten
sichtlich Spass daran. Inzwischen bestehen sogar Briefkontakte der Kinder von Landquart und Grenchen.
Kaffee, Kolping-Kaffee und selbstgebakener Kuchen treuer Mitglieder bildeten einen feinen kulinarischen
Abschluss. Nach einem Besuch im Historischen Museum, der Besichtigung der Kirche und des
Marktplatzes hiess es bereits, Abschied zu nehmen und die Gäste wieder zum Bahnhof zu begleiten.
Geblieben sind schöne Erinnerungen, gute Gespräche, neue Freundschaften. Wir danken allen, die zu
diesem tollen Tag beigetragen haben. Am nächsten Tag fanden sich viele in einer frühlngshaften Landschaft
wieder. Schlitteln wäre angesagt gewesen, doch wie im Jahr zuvor spielten Natur und Wetter nicht mit.
So gab`s eben einen Spaziergang zum Bettlachberg und ins obere Brüggli. In geselliger Runde
verfloss
die Zeit im Nu. Deshalb wurde beim Abstieg ein bisschen schneller
marschiert. Schön war`s, auch ohne Schlitteln!
 | Seniorenferien im Südtirol vom 17. - 22.6.02 |
Voller Erwartungen starteten 33 Personen (14 Ehepaare und 5 Einzelpersonen) mit Autos und Kleinbus
zum vorgeschlagenen Reiseziel, dem Hotel Rössl in Rabland in der Nähe von Meran im Südtirol. Bei schönstem und heissem Sommerwetter
war schon die Fahrt via Flüela- und Ofenpass ein frohe Einstimmung auf die Ferienwoche. Beim Zielort
wurde das erste reichhaltige Abendessen eingenommen.
In den folgenden vier Tagen erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm mit vielen
Besichtigungen, u. a. das weltweit einzigartige Schreibmaschinenmuseum, benannt nach dem Erfinder der
Schreibmaschine, Peter Mitterhofer aus Partschins, dem Hauptort der drei Gemeinden mit Rabland und
Töll. Zu
den Besichtigungen gehörten auch Naturschönheiten, wie der prächtige Partschinser Wasserfall, die
botanischen Gärten von Schloss Trauttmannsdorff bei Meran, wo einst Kaiserin Sissi flanierte. Die Wanderer
begaben sich auf einen Teil des Meraner Höhenweges auf rund 1500 m.ü.M. über Steiner -
NasserreithGiggelberg zum Hochforch bei ca. 2 1/2 Stunden Wanderzeit netto. Die
dazwischen liegenden Almwirtschaften verlängerten naturgemäss die Wanderzeit erheblich. Die
grossen Höhendifferenzen von 1000 Metern vom Tal zum Höhenweg und zurück wurden mit Seilbahnen älterer
Bauart für jeweils fünf Personen pro Kabine überwunden. Auch so ging es
ohne Touristenspektakel. Andere besuchten die Stadt Meran oder/und spazierten der Etsch entlang.
Noch stand uns ein weiterer Höhepunkt bevor: Die Fahrt mit der modernen Gondelbahn Hirzer auf 2000
m Höhe in das Wandergebiet. Ab der Bergstation betrug die Marschzeit zur Hirzerhütte
(Restaurant) ca. 20 Minuten. Die geübten Wanderer zog es zur Hintereggaim. Ein grosses
Wandergebiet wäre da zu erforschen gewesen mit verschiedenartigen Ausblicken in die Bergwelt. Das
Wetter spielte aber nicht mit. Ringsherum gab es Gewitterregen, selber wurden
wir weitgehend verschont. Bei der Talstation war alles vorbei, und die mehr als warme Sonne hatte wieder die Oberhand.
Noch Vieles gäbe es zu berichten, z. 5. das von den vier Ferienreisenden «ohne Papiere», die
jedoch weder bei Einreise noch Ausreise Probleme hatten, weil sie nicht kontrolliert wurden, oder vom
Wanderschuh, der mit der Hausapotheke hoch oben auf 1500 m geflickt wurde, und weitere kleine
Vorkommnisse. Alles in allem verliefen die Ferien in Harmonie, das Hotel erfüllte unsere
Erwartungen, das Essen war prima, die Heimfahrt war ohne Zwischenfall, mit Ausnahme, dass der
Wegweiser zur Schweiz auch gar zu bescheiden war, so dass ein Autofahrer einen etwas längeren Heimweg
hatte, dafür wegen der Autobahn aber früher zu Hause ankam. Wer eine Reise tut, der kann was erzählen.
Den Organisatoren Tina und Bernhard Schaad wie auch dem Kassier Georges Imoberdorf und weiteren
stillen Helfern herzlichen Dank für diese Woche «ausruhen».
Andreas Hafner
 | «Kolping vernetzt» - Reise nach Neckarsulm |
Nein, das hat nichts mit Spinnen zu tun. Wir von Kolping wollen, dass gute und schöne Dinge und
Begeg-
nungen im NETZ der Kolping-Idee hängen bleiben. Ubers erste Maiwochenende haben
wir, die Kolpingfamilie Landquart, zusammen mit der Kolpingfamilie Grenchen-Bettlach die
Kolpingfamilie Neckarsulm besucht. Am Samstagmorgen, um 5 Uhr, fuhren wir mit dem Car los, um ab
Egerkingen einige Grenchner mitzunehmen. Weitere fuhren mit einem Kleinbus und Privatautos, so dass
insgesamt 67 Kinder und Erwachsene über Basel und Karlsruhe nach Neckarsuim unterwegs waren.
Neckarsuim heisst übrigens nicht so wegen «Ulm am Neckar», sondern die Stadt wurde am Zusammenfluss
der Sulm in den Neckar gegründet. Der herzlichen Begrüssung folgte das Mittagessen - Tortellini auf
verschiedene Arten zubereitet. Schnell wurden danach die Unterkünfte bei unseren
Kolpingfreunden bezogen, damit das eigentliche Programm beginnen konnte. Für alle «Kleinen» gab`s vom
Oberbürger- meister eine Freikarte in den Wassererlebnispark Aquatoll. Die «Grossen» hörten in einem für die
Gegend typischen, privaten Weinbaubetrieb eine kurze Ansprache des Oberbürgermeisters mit
anschliessender Sektprobe. Weiter ging`s in einem überladenen Stadtbus
vorwärts und rückwarts die Serpentinen der Rebhänge des Scheuerberges auf 306 m.ü.M. hinauf. Dort
hatte man trotz der vielen Wolken - es regnete den ganzen Tag - einen guten Überblick über die
Gegend. Der grösste Arbeitgeber in Neckarsulm ist Audi mit rund 14`OOO
Arbeitsplätzen. Auch wenn Neckarsulm faktisch mit Heilbronn zusammengebaut ist, liegt es im Grünen.
Die anschliessende Stadtrundfahrt
zeigte, dass hier viel unternommen wird, um weitere Firmen aus dem Dienstleistungsbereich und mit
neu
en Technologien anzusiedeln. Im Stadtteil Amorbach II ist eine einzigartige Solarenergienutzung mit
Erdwärmespeicher mit Hilfe öffentlicher Gelder gebaut worden. Auf grund der jahrelangen politischen
Partnerschaft mit Grenchen gibt es hier eine Grenchner Strasse! Nach dem Nachtessen im
Kolpinghaus mündete der Abend in eine von Neckarsulm vorbereitete Weinprobe. Dazwischen boten die Grenchner
Käse und die Landquarter Bündner Spezialitäten an. Die Jugend wollte nicht zurückstehen und bot eine
Rivellaprobe an. Zwischen den «Probeten» lockerten die Schweizer mit Sketchen, Gesang usw. auf.
Nach einer etwas kurzen Nacht gestalteten wir Kolpingfamilien den
Morgengottesdienst in der Stadtkirche. Diese wurde im Renaissancestil nach dem
Krieg wieder aufgebaut und fällt durch eine übereinanderliegende Doppelempore auf. Das Wetter meinte es am Sonntag etwas besser mit uns, und so
konnten wir die Zeit bis zur Abfahrt für Spaziergänge, Gedankenaustausch und den mittelalterlichen Markt
nutzen. Auch wurde eine Führung im europaweit bekannten Zweiradmuseum angeboten, wo die
Geschichte des Zweirades bis hin zum Automobil, vertreten u. a. durch NSU und
DKW, sehr interessant präsentiert wird. Nach dem Zvieri hiess es Abschied nehmen bis zum nächsten
Treffen der Familien. Dank für das Spinnen der ersten Fäden gilt allen Organisatoren,
besonders unserer Vorsitzenden Monika Gruber und Carola Böhringer, die dort aufgewachsen ist. Wichtig für
das NETZwerk ist weiterhin ein fleissiges Knüpfen und Pflegen von Kontakten.
Treu Kolping!
Carola Bötiringer, Landquart
 | Vortrag von Jürg Bumbacher |
Die Amischen in Ohio / USA
Am 13. Man lud Jürg Bumbacher zu seinem Vortrag über das Volk der Amischen ein. Fast genau vor einem Jahr hatte er
die Gelegenheit, einige Zeit bei einer solchen Familie zu leben und sich somit
tiefer mit deren Lebensform auseinander zu setzen. In seinem Vortrag versuchte er
aufzuzeigen, woher diese religiöse Bewegung stammt, wo sie heute angesiedelt Ist,
wie die Menschen leben, wo sie einkaufen und wie sie arbeiten. Die Amischen-Bewegung wurde 1693
von Jacob Amann in Ste-Marie-aux-Mines gegründet. Es handelt sich um eine Gemeinschaft, die für ihren sehr
kargen Lebensstil bekannt ist und in der Öffentlichkeit Weltruhm mit den von den
Frauen hergestellten «QulIts» (Patchworkarbeiten) erlangten. Geboren wurde Jacob Amann 1644 in Erlenbach im Simmental. Später kam er mit der alten Wiedertäuferbewegung von Ste-Marie- aux-Mines und mit derjenigen aus der
Schweiz und aus der Pfalz in Kontakt. Der Glauben der Amischen beruht darauf, dass die Lehre Jesus nur dadurch in
die Praxis umgesetzt werden kann, wenn sie sich selbst den schlechten Einflüssen der modernen Welt entziehen und
in ihrer Gemeinschaft leben. Man unterscheidet bei den Amischen Gruppierungen, wie die OId Order, New
Order und die Beachy Amish. 170`OOO Amische leben heute in Kanada, drei Viertel sind in den nordamerikanischen
Staaten Ohio, Pennsylvanha und Indliana angesiedelt. Pro Kommune leben jeweils 160 Mitglieder zusammen. Wird
die Lebensgemeinschaft grösser, wird eine neue Gemeinschaft gegründet. ) Jeden Sonntag trifft man sich zum
Gebet in einer umfunktionierten «Garage.. Die Gäste aus der Schweiz durften bei
einem dieser Gottesdienste dabei sein. Während rund 4 Stunden sass die Gemeinde auf einfachen Holzbänken und
verfolgte die Messe. Üblicherweise werden alle Teilnehmer auch bewlrtet, und am Abend trifft man sich nochmals zum
Kanonsingen. Gesprochen wird in der Gemeinde Pensylvania-Dutch, eine Art Dialekt mit starker Anlehnung zum
Deutschen. Während ihres Aufenthaltes erlebten unsere Reisenden eine
Viehauktion. Auch heute noch wird vor allem hier Handel betrieben. Viele der Amischen
können heute nicht mehr von der Landwirtschaft leben. Die meisten haben sich noch einen Zweitjob zugelegt oder
gehen in die Stadt In die Fabrik arbeiten. Sie sind gezwungen, eine Art Gratwanderung zu unternehmen. Privat, also zu
Hause, leben sie so, wie sie es von ihrer Religion her gewöhnt sind: Mit Pferd und Wagen, mit Gaslicht, Gasheizung,
ohne elektrischen Strom (einzig ein Stromgenerator ist erlaubt), das Wasser wird aus den Brunnen mit Windkraft
geholt, die Feider mit dem Pferd bearbeitet. Die New Order Amischen dürfen mit einem Auto mitfahren, ein Traktor
ist nur zum Warentransport erlaubt.
In der Arbeitswelt ist auch an ihnen der Fortschritt nicht vorbeigegangen. Als
angelernte Arbeiter kann es durchaus vorkommen, dass sie an modernsten HighTech-Geräten wie CAD arbeiten. Durch
die Aufsphtterung in mehrere Formen der Amischen-Kultur ist auch hier, wie in anderen
Volksgruppierungen, eine Lockerung der ursprünglich sehr strengen Glaubensausübung festzustellen.
In der bisher heilen Weit hat nur noch die Gemeinschaft als soiche Fortbestand. Nach aussen haben auch sie sich Öffnen
müssen, um nicht ganz allein auf sich gestellt zu sein. Bis heute zahlen sie keine Steuern und kennen auch keine
Krankenvorsorge. Die Kindergehen auch in ihre eigenen Mehrklassenschulen in den Unterricht.
Die Amischen werden inzwischen auch touristisch «vermarktet». Es besteht ein Interesse, kurzfristig in deren «langsamen» Art zu leben. So mancher Städter
flieht in die Gegenden der Amischen. Hier findet er In kleinen Laden Artikel, wie die berühmten
«Quilts», die von den
Frauen in stundenlanger Handarbeit her gestellt werden. Jürg Bunmbacher zeigte den sehr interessierten Zuhörern in, voll besetzten
unteren Theatersaal im Euseblushof zahlreiche Seiten mit all den Pro und Kontras
dieser Lebensform auf. Viele Fragen
konnten beantwortet werden, und am Ende hatte man auch Gelegenheit, einige der mit einfachen Werkzeugen
hergestellten, handwerklichen Arbeiten zu bewundern.
Susanne Starke
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